Austropapier setzt Kurs auf neue Ziele (.at)
Thursday April 19, 2012
Zellstoff- und Papierindustrie navigiert erfolgreich durch
schwieriges konjunkturelles Fahrwasser
Zellstoff- und Papierindustrie navigiert erfolgreich durch schwieriges konjunkturelles Fahrwasser
· 2011 war ein Jahr mit zwei Gesichtern – Umsatz gestiegen, Produktion leicht rückläufig
· Hohe Rohstoff- und Energiekosten sowie schwache Konjunktur drücken auf die Margen
· Mit über 50% erneuerbarer Energie Leitbranche der „low carbon bio-economy“
· Nachhaltigkeitsbericht bestätigt weitete Fortschritte bei sozialen und ökologischen Themen

Dr. Max Oberhumer, Sappi Gratkorn, Energiesprecher , Dkfm. Wolfgang Pfarl, Präsident , DI Christian Skilich, Mondi Europe&International, Vizepräsident und DI Oliver Dworak.
Pfarl: Dynamik des Aufschwungs erlahmt – 2012 warten neue Herausforderungen
Die heimische Zellstoff- und Papierindustrie bekam 2011 wenig vom Aufschwung zu spüren.
„Unsere Einschätzung für 2011 hat sich als richtig erwiesen - die Unternehmen mussten der
neuerlichen Eintrübung des internationalen Konjunkturumfeldes und der damit verbundenen
rückläufigen Nachfrage vor allem im zweiten Halbjahr Tribut zollen. Zusätzlich hinterlassen hohe
Rohstoff-und Energiekosten deutliche Spuren und ließen die Ergebnisse der Unternehmen kaum
vorankommen. Die schwungvolle Dynamik des Aufschwungs 2010 setzte sich im Vorjahr nicht fort,
und auch im schwierigen Jahr 2012 sehen wir große Herausforderungen und keinen Grund zur
Euphorie, allenfalls im zweiten Halbjahr eine leichte Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen
Umfeldes. Erhebliche Risiken bleiben vor allem die hohe Staatsverschuldung in der Eurozone und
der steigenden Ölpreis, auch die Budgetsanierungspakete werden sich dämpfend auswirken.
Dennoch stehen viele Betriebe auf Grund ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit und ihrer
unternehmerischen Exzellenz besser da als in vielen anderen Ländern. Dies hilft ihnen dabei, das
schwierige konjunkturelle Fahrwasser unbeschadet zu durchkreuzen und Kurs auf neue Ziele zu
setzen. Sie sind dabei weiterhin auf rigoroses Kostenmanagement angewiesen und benötigen
möglichst flexible Arbeitszeitmodelle“, beschrieb Dkfm. Wolfgang Pfarl, Präsident der Austropapier
– Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, den langen Weg der Branche zum Aufschwung.
Skilich: 2011 Jahr mit zwei Gesichtern – Investitionsquote verharrt auf niedrigem Niveau
Auch in der Umsatz- und Mengenentwicklung zeigte sich 2011 als Jahr mit zwei Gesichtern. „Die
Branche steigerte zwar auf Grund teils verbesserter Erlöse ihren Gesamtumsatz um über 6 Prozent
auf 4,02 Milliarden Euro und erzielte damit einen neuen Höchstwert. Da aber wichtige Vorkosten –
vor allem die Rohstoffe Zellstoff, Altpapier und Holz – deutlich anstiegen und preisliche „all-timehighs“
erreichten, konnten die Ergebnisse vieler Unternehmen mit der positiven Umsatzentwicklung
nicht Schritt halten. Die Betriebe hielten sich daher mit ihren Investitionen im Inland neuerlich
stark zurück, diese lagen 2011 mit 110 Millionen Euro zum siebenten Mal in Folge deutlich unter
dem Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre. Krisenjahre, Überkapazitäten und unsichere
Rahmenbedingungen, etwa in der Energiepolitik, haben sich deutlich negativ auf die
Investitionsquote ausgewirkt. Auch 2012 wird der in Europa mittelfristig schwache Papiermarkt
keine großen neuen Impulse setzen. Investitionsschwerpunkte der Branche in Österreich bleiben
vorerst die Rohstoff- und Energieversorgung“, erklärte Austropapier-Vizepräsident DI Christian
Skilich, Operations Director von Mondi Europe & International.
Oberhumer: Schwierige Marktbedingungen beschleunigen Restrukturierung im
grafischen Bereich
Die Gesamtproduktion an Papier, Karton und Pappe ging 2011, analog zur europäischen
Entwicklung, mit einem Minus von 2,2 Prozent leicht zurück und lag mit 4,9 Millionen Tonnen
deutlich unter dem Rekordjahr 2006. Positiv entwickelten sich Zeitungsdruckpapier mit einem Plus
von 3,6 Prozent und Dünn- und Spezialpapiere mit plus 1,1 Prozent, die anderen Sortimente
verzeichneten Rückgänge: Druck- und Schreibpapiere (-3,5%), Kraftpapiere (-3,6%), andere
Verpackungspapiere (-0,9%), Faltschachtelkarton(-1,9%) sowie Wickel-und Spezialpappe(-0,6%).
Die Kapazitätsauslastung sank von 92 auf 90 Prozent. „Die Produktion im grafischen Sektor ist –
nicht zuletzt auch durch die Schließung der Papierproduktion in Hallein 2009 – weiterhin rückläufig.
Anhaltend schwierige Marktbedingungen beschleunigen in diesem Sektor den Restrukturierungsprozess.
Europaweit lag Österreich 2011 exakt im EU-Schnitt – während Portugal, Großbritannien,
Polen, Italien, Spanien, Belgien und Schweden ihre Produktion gesteigert haben, mussten
Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Finnland, Norwegen und einige andere Länder
vergleichbare oder sogar größere Rückgänge in Kauf nehmen. Sehr erfreulich ist allerdings die auf
85,8 Prozent gestiegene Exportquote unserer Produktion. Trotz schwierigen Umfelds und hohen
Produktionskosten können sich heimische Papierfabriken erfolgreich am Weltmarkt behaupten.
Größte Abnehmermärkte waren, neben dem Inlandsmarkt, Deutschland und Italien. Der Export in
mittel- und osteuropäische Staaten, wie etwa Polen, Tschechien und Rumänien, konnte gesteigert
werden. Nach Übersee wurden immerhin fast 800.000 Tonnen Papier verschifft, doch umgekehrt
drängt in zunehmendem Ausmaß Papier aus Fernost auf den europäischen Markt.
Importregulierungen auf EU-Ebene sind hier voraussichtlich nur eine Zwischenlösung“, beschrieb
Dr. Max Oberhumer, Geschäftsführer von Sappi Austria und Austropapier-Energiesprecher, die
starke internationale Verflechtung des Papiermarktes.
Pfarl, Skilich, Oberhumer: Rohstoff- und Energiepolitik bleiben wichtige Standortfaktoren
Mit einem Anteil von bereits über 50 Prozent erneuerbarer Energie, gemessen am
Gesamtenergieeinsatz, ist die Zellstoff- und Papierindustrie eine Leitbranche, ein „frontrunner“ der
low-carbon bio-economy, also der CO2-armen Wirtschaft, die als gesellschafts- und
wirtschaftspolitisches Ziel der EU formuliert wurde. Holz- und Papierprodukte speichern CO2 und
tragen zum Klimaschutz bei, innovative und umweltfreundliche Technologien eröffnen den
Unternehmen neue Perspektiven.
Eines der Schlüsselthemen der Branche bleibt die Herausforderung der nachhaltigen
Versorgungssicherheit mit Rohstoffen. „Im Rahmen von FHP, der Kooperationsplattform Forst Holz
Papier, arbeiten wir gemeinsam mit der gesamten Wertschöpfungskette an Lösungsansätzen, wie
etwa der Forcierung der Bewirtschaftung durch Hof-ferne Waldbesitzer, und dem Anbau von schnell
wachsenden Energiehölzern. Die Frage nach der gesicherten langfristigen Verfügbarkeit von Holz
zur stofflichen und energetischen Verwertung können wir nur gemeinsam erfolgreich beantworten.
Dabei steht die kaskadische Nutzung im Vordergrund, nur sie ermöglicht höchste
Ressourceneffizienz und Wertschöpfung“, waren sich Pfarl, Skilich und Oberhumer einig. Auch beim
Altpapier zeichnet sich Handlungsbedarf zur verbesserten Rohstoffsicherung ab, da es ansonsten
zur Gefährdung von Ressourceneffizienz- und Klimaschutzzielen kommen könnte.
Klare Worte gab es auch zu heißen standortpolitischen Themen, wie etwa dem EUEmissionshandel.
„Energie- und Klimaschutzpolitik ist ein entscheidender Faktor im internationalen
Standortwettbewerb. Nicht regionale oder nationale Energieautarkie, sondern eine stabile
europäische Energieversorgung mit harmonisierten Regeln und funktionierendem Wettbewerb
muss unser Ziel sein. Energiekosten machen in manchen österreichischen Papierfabriken trotz des
hohen Eigenversorgungsgrades bei Strom und der im internationalen Vergleich ausgezeichneten
Energieeffizienz oft bereits ein Viertel der Produktionskosten aus. Ab 2013 kommen Kosten in
Millionenhöhe für den verpflichtenden Ankauf von CO2-Zertifikaten dazu. Politische Eingriffe in
diesen Markt, wie etwa das set-aside von Zertifikaten zur künstlichen Verteuerung der CO2-Preise,
oder die Streichung der Carbon-Leakage-Regelung ohne verbindliches internationales
Klimaabkommen, sind strikt abzulehnen“, so die Branchensprecher im Rahmen des Austropapier-
Jahrespressegespräches.
Dworak: Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert Fortschritte – Zukunftsthema Roadmap
2050
Mit dem neunten Austropapier-Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert die Branche ihre Fortschritte,
Herausforderungen und Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung. „Papier ist ein Evergreen, dessen
Erzeugung, Nutzung und Wiederverwertung von Kreisläufen geprägt ist“, beschrieb Austropapier-
Geschäftsführer DI Oliver Dworak die Erfolgsfaktoren der Branche. „Unser Nachhaltigkeitsbericht,
der von plenum, der Gesellschaft für ganzheitlich nachhaltige Entwicklung, gemäß den Kriterien der
Global Reporting Initiative (GRI) geprüft wurde, fasst die Entwicklungen der Branche in den drei
Dimensionen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft kompakt zusammen und verknüpft sie mit
unserem Branchenleitbild. Darüber hinaus sprechen wir im Bericht auch neue Themen an – heuer
sind dies insbesondere die Frauenbeschäftigung, sowie einige neue ökologische Parameter. Weiters
haben wir ein Nachhaltigkeits-Managementprogramm erarbeitet, das wir konsequent
weiterentwickeln wollen. Ein Roundtable zum Zukunftsthema „2050 Roadmap to a low-carbon bioeconomy“
sowie detaillierte Informationen über unsere Partner in der Wertschöpfungskette, von
der Kooperationsplattform Forst Holz Papier bis zu den Bereichen Druck, Medien und
Papierverarbeitung, runden unseren Nachhaltigkeitsbericht ab“, so Dworak abschließend.
Pfarl: Dynamik des Aufschwungs erlahmt – 2012 warten neue Herausforderungen
Die heimische Zellstoff- und Papierindustrie bekam 2011 wenig vom Aufschwung zu spüren.
„Unsere Einschätzung für 2011 hat sich als richtig erwiesen - die Unternehmen mussten der
neuerlichen Eintrübung des internationalen Konjunkturumfeldes und der damit verbundenen
rückläufigen Nachfrage vor allem im zweiten Halbjahr Tribut zollen. Zusätzlich hinterlassen hohe
Rohstoff-und Energiekosten deutliche Spuren und ließen die Ergebnisse der Unternehmen kaum
vorankommen. Die schwungvolle Dynamik des Aufschwungs 2010 setzte sich im Vorjahr nicht fort,
und auch im schwierigen Jahr 2012 sehen wir große Herausforderungen und keinen Grund zur
Euphorie, allenfalls im zweiten Halbjahr eine leichte Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen
Umfeldes. Erhebliche Risiken bleiben vor allem die hohe Staatsverschuldung in der Eurozone und
der steigenden Ölpreis, auch die Budgetsanierungspakete werden sich dämpfend auswirken.
Dennoch stehen viele Betriebe auf Grund ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit und ihrer
unternehmerischen Exzellenz besser da als in vielen anderen Ländern. Dies hilft ihnen dabei, das
schwierige konjunkturelle Fahrwasser unbeschadet zu durchkreuzen und Kurs auf neue Ziele zu
setzen. Sie sind dabei weiterhin auf rigoroses Kostenmanagement angewiesen und benötigen
möglichst flexible Arbeitszeitmodelle“, beschrieb Dkfm. Wolfgang Pfarl, Präsident der Austropapier
– Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, den langen Weg der Branche zum Aufschwung.
Skilich: 2011 Jahr mit zwei Gesichtern – Investitionsquote verharrt auf niedrigem Niveau
Auch in der Umsatz- und Mengenentwicklung zeigte sich 2011 als Jahr mit zwei Gesichtern. „Die
Branche steigerte zwar auf Grund teils verbesserter Erlöse ihren Gesamtumsatz um über 6 Prozent
auf 4,02 Milliarden Euro und erzielte damit einen neuen Höchstwert. Da aber wichtige Vorkosten –
vor allem die Rohstoffe Zellstoff, Altpapier und Holz – deutlich anstiegen und preisliche „alltimehighs“
erreichten, konnten die Ergebnisse vieler Unternehmen mit der positiven Umsatzentwicklung
nicht Schritt halten. Die Betriebe hielten sich daher mit ihren Investitionen im Inland neuerlich
stark zurück, diese lagen 2011 mit 110 Millionen Euro zum siebenten Mal in Folge deutlich unter
dem Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre. Krisenjahre, Überkapazitäten und unsichere
Rahmenbedingungen, etwa in der Energiepolitik, haben sich deutlich negativ auf die
Investitionsquote ausgewirkt. Auch 2012 wird der in Europa mittelfristig schwache Papiermarkt
keine großen neuen Impulse setzen. Investitionsschwerpunkte der Branche in Österreich bleiben
vorerst die Rohstoff- und Energieversorgung“, erklärte Austropapier-Vizepräsident DI Christian
Skilich, Operations Director von Mondi Europe & International.
Oberhumer: Schwierige Marktbedingungen beschleunigen Restrukturierung im
grafischen Bereich
Die Gesamtproduktion an Papier, Karton und Pappe ging 2011, analog zur europäischen
Entwicklung, mit einem Minus von 2,2 Prozent leicht zurück und lag mit 4,9 Millionen Tonnen
deutlich unter dem Rekordjahr 2006. Positiv entwickelten sich Zeitungsdruckpapier mit einem Plus
von 3,6 Prozent und Dünn- und Spezialpapiere mit plus 1,1 Prozent, die anderen Sortimente
verzeichneten Rückgänge: Druck- und Schreibpapiere (-3,5%), Kraftpapiere (-3,6%), andere
Verpackungspapiere (-0,9%), Faltschachtelkarton(-1,9%) sowie Wickel-und Spezialpappe(-0,6%).
Die Kapazitätsauslastung sank von 92 auf 90 Prozent. „Die Produktion im grafischen Sektor ist –
nicht zuletzt auch durch die Schließung der Papierproduktion in Hallein 2009 – weiterhin rückläufig.
Anhaltend schwierige Marktbedingungen beschleunigen in diesem Sektor den Restrukturierungsprozess.
Europaweit lag Österreich 2011 exakt im EU-Schnitt – während Portugal, Großbritannien,
Polen, Italien, Spanien, Belgien und Schweden ihre Produktion gesteigert haben, mussten
Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Finnland, Norwegen und einige andere Länder
vergleichbare oder sogar größere Rückgänge in Kauf nehmen. Sehr erfreulich ist allerdings die auf
85,8 Prozent gestiegene Exportquote unserer Produktion. Trotz schwierigen Umfelds und hohen
Produktionskosten können sich heimische Papierfabriken erfolgreich am Weltmarkt behaupten.
Größte Abnehmermärkte waren, neben dem Inlandsmarkt, Deutschland und Italien. Der Export in
mittel- und osteuropäische Staaten, wie etwa Polen, Tschechien und Rumänien, konnte gesteigert
werden. Nach Übersee wurden immerhin fast 800.000 Tonnen Papier verschifft, doch umgekehrt
drängt in zunehmendem Ausmaß Papier aus Fernost auf den europäischen Markt.
Importregulierungen auf EU-Ebene sind hier voraussichtlich nur eine Zwischenlösung“, beschrieb
Dr. Max Oberhumer, Geschäftsführer von Sappi Austria und Austropapier-Energiesprecher, die
starke internationale Verflechtung des Papiermarktes.
Pfarl, Skilich, Oberhumer: Rohstoff- und Energiepolitik bleiben wichtige Standortfaktoren
Mit einem Anteil von bereits über 50 Prozent erneuerbarer Energie, gemessen am
Gesamtenergieeinsatz, ist die Zellstoff- und Papierindustrie eine Leitbranche, ein „frontrunner“ der
low-carbon bio-economy, also der CO2-armen Wirtschaft, die als gesellschafts- und
wirtschaftspolitisches Ziel der EU formuliert wurde. Holz- und Papierprodukte speichern CO2 und
tragen zum Klimaschutz bei, innovative und umweltfreundliche Technologien eröffnen den
Unternehmen neue Perspektiven.
Eines der Schlüsselthemen der Branche bleibt die Herausforderung der nachhaltigen
Versorgungssicherheit mit Rohstoffen. „Im Rahmen von FHP, der Kooperationsplattform Forst Holz
Papier, arbeiten wir gemeinsam mit der gesamten Wertschöpfungskette an Lösungsansätzen, wie
etwa der Forcierung der Bewirtschaftung durch Hof-ferne Waldbesitzer, und dem Anbau von schnell
wachsenden Energiehölzern. Die Frage nach der gesicherten langfristigen Verfügbarkeit von Holz
zur stofflichen und energetischen Verwertung können wir nur gemeinsam erfolgreich beantworten.
Dabei steht die kaskadische Nutzung im Vordergrund, nur sie ermöglicht höchste
Ressourceneffizienz und Wertschöpfung“, waren sich Pfarl, Skilich und Oberhumer einig. Auch beim
Altpapier zeichnet sich Handlungsbedarf zur verbesserten Rohstoffsicherung ab, da es ansonsten
zur Gefährdung von Ressourceneffizienz- und Klimaschutzzielen kommen könnte.
Klare Worte gab es auch zu heißen standortpolitischen Themen, wie etwa dem EUEmissionshandel.
„Energie- und Klimaschutzpolitik ist ein entscheidender Faktor im internationalen
Standortwettbewerb. Nicht regionale oder nationale Energieautarkie, sondern eine stabile
europäische Energieversorgung mit harmonisierten Regeln und funktionierendem Wettbewerb
muss unser Ziel sein. Energiekosten machen in manchen österreichischen Papierfabriken trotz des
hohen Eigenversorgungsgrades bei Strom und der im internationalen Vergleich ausgezeichneten
Energieeffizienz oft bereits ein Viertel der Produktionskosten aus. Ab 2013 kommen Kosten in
Millionenhöhe für den verpflichtenden Ankauf von CO2-Zertifikaten dazu. Politische Eingriffe in
diesen Markt, wie etwa das set-aside von Zertifikaten zur künstlichen Verteuerung der CO2-Preise,
oder die Streichung der Carbon-Leakage-Regelung ohne verbindliches internationales
Klimaabkommen, sind strikt abzulehnen“, so die Branchensprecher im Rahmen des Austropapier-
Jahrespressegespräches.
Dworak: Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert Fortschritte – Zukunftsthema Roadmap
2050
Mit dem neunten Austropapier-Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert die Branche ihre Fortschritte,
Herausforderungen und Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung. „Papier ist ein Evergreen, dessen
Erzeugung, Nutzung und Wiederverwertung von Kreisläufen geprägt ist“, beschrieb Austropapier-
Geschäftsführer DI Oliver Dworak die Erfolgsfaktoren der Branche. „Unser Nachhaltigkeitsbericht,
der von plenum, der Gesellschaft für ganzheitlich nachhaltige Entwicklung, gemäß den Kriterien der
Global Reporting Initiative (GRI) geprüft wurde, fasst die Entwicklungen der Branche in den drei
Dimensionen Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft kompakt zusammen und verknüpft sie mit
unserem Branchenleitbild. Darüber hinaus sprechen wir im Bericht auch neue Themen an – heuer
sind dies insbesondere die Frauenbeschäftigung, sowie einige neue ökologische Parameter. Weiters
haben wir ein Nachhaltigkeits-Managementprogramm erarbeitet, das wir konsequent
weiterentwickeln wollen. Ein Roundtable zum Zukunftsthema „2050 Roadmap to a low-carbon bioeconomy“
sowie detaillierte Informationen über unsere Partner in der Wertschöpfungskette, von
der Kooperationsplattform Forst Holz Papier bis zu den Bereichen Druck, Medien und
Papierverarbeitung, runden unseren Nachhaltigkeitsbericht ab“, so Dworak abschließend.
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