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May 2013
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The forest teaches us things, gives us our food and medicines. It supplies materials for our spiritual life. All of these things, the forest offers to us, it is part of our lives
Almir Narayamoga Surui, Forest Hero - United Nations
 

160 Fertigbau-Experten tagten in Magdeburg (.de)

Wednesday May 2, 2012

Das Thema „Nachhaltigkeit“ dominierte die diesjährige Technikertagung der Fertigbau-Branche in Magdeburg. Rund 160 Experten diskutierten auf Einladung des Gipsfaserplatten-Herstellers Fermacell über Themen wie den Beitrag der stofflichen Nutzung in der Umweltbewertung, die Anwendung der Ökobilanzierung in der Gebäudeplanung und Chancen und Anforderungen des nachhaltigen Planens und Bauens. Der Kongress wird jährlich vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) veranstaltet, dem die 45 führenden Fertighaushersteller angehören. 


BDF-Präsident Johannes Schwörer eröffnete die zweitägige Konferenz mit der Erkenntnis, dass erst mit der Holz-Fertigbauweise energieeffizientes Bauen bezahlbar geworden sei. Er verwies auf das neue Modellprojekt der Bundesregierung „Plus-Energiehäuser“ und betonte voller Stolz, dass allein in der vom BDF betriebenen FertighausWelt Köln sechs der insgesamt 20 in Deutschland bisher existierenden Plus-Energiehäuser stehen. Tatsachen wie diese werfen ein gutes Licht auf die Fertigbauweise und locken sogar hohe Politiker wie den Bundesumweltminister Norbert Röttgen und den Bundesverkehrsminister Peter Raumsauer an. Diese bezeichneten bei einem Besuch ihrerseits die modernste Hausausstellung Europas als „Herzkammer für energieeffizientes Bauen“, was nochmals die Vorreiterrolle der Fertigbauweise hervorhob. 

Gastgeber der diesjährigen Technikertagung war der Gipsfaserplatten-Hersteller Fermacell, der sich laut Dr. Jörg Brinkmann, Vertriebsleiter Deutschland, als „Pate des Holzbaus“ versteht. Brinkmann blickte auf die 40-jährige Firmengeschichte zurück, stellte die aktuellen Unternehmensschwerpunkte vor und blickte in die zukünftige Ausrichtung des Impulsgebers Fermacell. Er hob insbesondere die Verwendung seiner Produkte im Holztafelbau und in Sachen Brandschutz hervor. Heinrich Rohlfs, Leiter der Abteilung Produkte und Systeme bei Fermacell, stellte danach die Neuigkeiten im Gipsfaser-Segment vor. Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen war die Relevanz von Erdbebensicherheit im Holzbau, auch und gerade im europäischen Raum. Hierzu verwies er auf die aktive Beteiligung Fermacells an der einschlägigen, europäischen Forschung und die Tatsache, dass das Unternehmen den ersten Plattenwerkstoff mit Zulassung für die Bemessung in Erdbebengebieten anbietet. Weitere Themen Rohlfs waren der Eurocode 5 mit Verweis auf die Bemessungsbroschüre für Wandscheiben, die vom Holzbau für den Holzbau erstellt wurde, der Detailkatalog für den Holzbau sowie die Fermacell-Produktreihe greenline.

BDF-Präsident Johannes Schwörer eröffnete die diesjährige Technikertragung in Magdeburg - Foto: Fermacell

Ökobilanzen sind wichtige Nachweise für Nachhaltiges Bauen

Der Beitrag der stofflichen Holznutzung in der Umweltbewertung war Thema des Vortrages von Sebastian Rüter vom Johann Heinrich von Thünen-Institut. In diesem Grundlagenvortrag ging es dem Referenten um die Multi-Dimensionalität dieses Themas speziell für den Holzbau. Rüther stellte heraus, dass nur Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung klimafreundlich ist und Ökobilanzen eine wichtige Grundlage bei der Umweltbewertung sind. Diese sind wesentliche Bestandteile von Umweltproduktdeklarationen (EPD), die im Bereich des Nachhaltigen Bauens verpflichtend für Bundesbauten sind und ab 2013 durch die neue Bauproduktenverordnung generell in Bezug genommen werden. Eine EPD ist ein Nachweis für die „nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen“ nach der neuen Bauprodukten-Verordnung. Als Fazit konstatiert Rüter, dass die stoffliche Holznutzung einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Seine Kollegin Simone Hothum stellte das BDF-Projekt „Umsetzung der Ökobilanzierung für Fertighäuser“ vor und gab eine Zwischenbilanz über die bisher vorliegenden Auswertungen der Ökobilanz-Daten. Der BDF hat mit dieser wissenschaftlichen Kooperation des Heinrich von Thünen-Instituts rechtzeitig eine wichtige Basisarbeit in Bezug auf die Ökobilanz-Daten für Holz-Fertighäuser angeregt und auf den Weg gebracht.

Wettbewerbsfähige Unternehmen durch zukünftige Gebäudekonzepte

Holger König von der Ascona Gesellschaft für ökologische Projekte referierte über die Anwendungsmöglichkeiten der Ökobilanzierung in der Gebäudeplanung und stellte diesbezüglich unter anderem die LEGEP-Datenbank vor, aus der der Lebenszyklus eines Gebäudes und seiner Komponenten bestimmt werden kann. Prof. Thomas Lützkendorf vom Karlsruher Institut für Technologie ging in seinem Vortrag auf die Chancen und Anforderungen des nachhaltigen Planens und Bauens sowie die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch zukünftige Gebäudekonzepte ein. Dabei ging er insbesondere der Frage nach, wie sich die Fertighausbranche hinsichtlich des Themenbereiches „Nachhaltigkeit“ positionieren und engagieren sollte. Lützkendorf beschrieb die Ausgangsposition sowie Rahmenbedingungen und ging näher auf die Prinzipien einer allgemeinen nachhaltigen Entwicklung ein, die für die Baubranche übersetzt und an Gebäude angepasst werden muss. Des Weiteren skizzierte er die Entwicklung der Nachhaltigkeitsbewertung in Deutschland, indem er einzelne Labels und Zertifikate für Gebäude näher unter die Lupe nahm. Wichtig sei es in Zukunft, die Informationsbedürfnisse der Kunden und Wertermitteler zu bedienen, damit „Nachhaltigkeit“ als Gesamtqualität interpretiert werden kann.

Bauphysik: Schall- und Brandschutz im Holztafelbau

Andreas Rabold von der Hochschule Rosenheim referierte in seinem Vortrag „Schallschutz im Holztafelbau“ über die Lösungsansätze für Holzbalkendecken bei tiefen Frequenzen und hielt fest, dass derartige Lösungen auch wirtschaftlich mit Holzdecken möglich sind. Dirk Kruse vom Fraunhofer Institut für Holzforschung sprach über Wunsch und Wirklichkeit hinsichtlich des Brandschutzes im mehrgeschossigen Holzbau. Aufbauend auf der Musterbauordnung von 2002, bei der Holzbauten mit bis zu fünf Vollgeschossen möglich sind, erläuterte er anhand ausgeführter Beispiele Konstruktionsdetails. Als Fazit konstatierte Kruse, dass bei einer konsequenten Umsetzung der Muster-Holzbaurichtlinie die Gebäude tendenziell einen höheren Sicherheitsstandard erreichen, als ein konventionelles Gebäude  mit gleicher Geschosshöhe.

Bauphysik. Merkblätter „Flachdachkonstruktionen“ und „Sockelanschlüssen“

Den zweiten Veranstaltungstag eröffnete Prof. Stefan Winter, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion an der TU München. Sein Thema war unter dem Titel „Wackelt oder nicht“ die Grundsätze und Bemessung zur Aussteifung von Gebäuden. Er nahm unter anderem Bezug auf aktuelle Entwicklungen bei Wand- und Deckentafeln nach DIN EN1995 und ging hierbei auf das aktuelle BDF-Projekt zu dieser Thematik ein. Aus dem Arbeitskreis Bauphysik stellten die Obmänner Peter Jonak von Bien-Zenker und Peter Drees von Gussek-Haus die Ergebnisse der neuen Merkblätter „Flachdachkonstruktionen“ und „Sockelanschlüsse“ vor. Hierbei wurden sie unterstützt von Jan Balkowski von Trinity Consulting, welcher die begleitenden bauphysikalischen Berechnungen auf Basis der neuen DIN 68800 durchführte und dabei den Teilnehmern die Unterschiede zwischen DIN 4103-3 und DIN EN 15026 veranschaulichte.

Wie am Bau die Effizienz durch schlankere Prozesse gesteigert werden kann, darüber informierte Christoph Holtze von fischer Consulting. Auf Basis des fischer Prozesssystems „LEAN Construction“ führte er aus, wie in der Unternehmenspraxis im Baubereich Verschwendung und Fehler vermieden, mehr Wertschöpfung generiert und der Produktionsprozess kontinuierlich verbessert werden kann. Zum Ende der Vortragsreihe referierte erneut Heinrich Rohlfs, diesmal über das Thema „Bäder und Feuchträume im Holz- und Trockenbau“, womit er den theoretischen Teil der diesjährigen Technikertagung beschloss und in den praktischen Teil zur Betriebsbesichtigung der Fermacell-Produktion in Calbe überleitete.

In seinem Schlusswort dankten der technische Leiter des BDF, Georg Lange, und die Verantwortlichen der gastgebenden Firma Fermacell, Suzanne Minka und Heinrich Rohlfs, den teilnehmenden Referenten. Herr Lange stellte abschließend fest, dass auch diese Technikertagung als übergreifende Plattform und willkommener Austausch aller technischen Fachkreise im Holzfertigbau die Schlagkraft der Fertighausbranche dokumentiert. Die nächste Technikertagung des BDF findet am 11. und 12. April 2013 bei der Erlus AG in Regensburg statt.

http://www.bdf-ev.de/

 

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